Insektensterben in der konventionellen Landwirtschaft

Fliegende Hummeln auf Wildblumenwiese

Glückliche Hummeln auf eine Wildblumenwiese mit rotem Klatschmohn und blauen Kornblumen.
Foto von Laura Lauch

Insekten und ihre Bedeutung
für die Natur

Viele Insektenarten übernehmen eine wichtige ökologische Aufgabe in den warmen Monaten: Sie bestäuben die blühenden Pflanzen. Dabei wird der Pollen einer Blüte auf eine andere übertragen, so kann es zum Heranwachsen der Früchte der Pflanze kommen.

Die weltweite Landwirtschaft kann nur funktionieren, weil die Bestäubung von fleißigen Fluginsekten übernommen wird. Über 75% aller Wild- und Kulturpflanzen können Früchte und Samen nur mit ihrer Hilfe ausbilden. Vor allem die Wildbienen leisten einen großen Beitrag. Doch auch Hummeln, Schwebfliegen, Wespen, Käfer und sogar Ameisen tragen den Pollen von Blüte zu Blüte.


Hummel holt sich Nektar aus Blume

Eine schlafende Hummel auf eine Blüte.
Foto von Sandy Millar

Die Bestäuberleistung ist nicht nur von ökologischer, sondern auch gleichzeitig ökonomischer Bedeutung. Jährlich kann der Umsatz durch Bestäuber in Deutschland auf circa 2,5 Milliarden Euro geschätzt werden.

Zusätzlich säubern Insekten auch unsere Gewässer, unseren Boden und bauen tote Organismen ab. Natürliche Nützlinge, das sind Insekten, die Schädlinge fressen, können die Ernte der Felder und Wildpflanzen vor diesen schützen. Auf vielen Ebenen formen Insekten ihre Umwelt und sind unverzichtbarer Teil des Lebens auf der Erde.


„Jährlich kann der Umsatz durch Bestäuber in Deutschland auf circa 2,5 Milliarden Euro geschätzt werden.“

www.bundesregierung.de
„Bienenschutz" im Artikel „Frühlingszeit ist Pflanzzeit"

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Unter einer Straßenlaterne in einer warmen Sommernacht. Man hört ein surrendes Geräusch – als wäre zu viel Strom auf der Leitung. Ein nächtlicher Insektenschwarm.

Artenreichtum, der kleiner wird

Ein Summen und Schwirren, gerne an den Rosen im Garten oder den erleuchteten Straßenlaternen – Wir hören und sehen es von Mai bis Oktober. Auch wenn wir es vielleicht nicht direkt merken: Es wird jedes Jahr ein wenig ruhiger um uns.

Seit 1989 werden in Deutschland Erhebungen über die Diversität und die Menge an Insekten verzeichnet. Deutlich ist zu erkennen, dass sowohl die Anzahl an vorkommenden Arten, als auch die gezählten Individuen immer weiter abnehmen.

Mittlerweile stehen über 40% der Insektenarten Deutschlands auf der Roten Liste und die Biomasse ist über 75% seit dem Beginn der Messungen zurückgegangen. Unter Biomasse versteht man das gemessene Gewicht an Insekten, das in einem Lebensraum verzeichnet wird. Statt zehn Faltern im Jahr 1989 fliegen heute also nur noch zwei oder drei durch die Wiesen.

Quelle: BMU


Ökosysteme sind komplex miteinander interagierende Gefüge, bei denen alle beteiligten Organismen einen Einfluss auf die anderen Akteure haben. Sobald sich eine Komponente verändert, ist das im gesamten System spürbar. So sind die Auswirkungen des Rückgangs der Insekten nicht nur, dass die Vermehrung von Pflanzen abnimmt. Ebenfalls geht das Nahrungsangebot für Vögel, Fledermäuse und Amphibien durch ihr Fehlen zurück. Indirekt sichern Insekten außerdem die Versorgung der pflanzenfressenden Tiere, da sie die Artenvielfalt und Verbreitung der Pflanzen und damit Nahrung garantieren. Auch die menschlichen Gesellschaften werden mit globalen Versorgungpässen rechnen müssen.

Äpfel, Birnen, Erdbeeren, Raps und Kaffee sind einige Pflanzen, die größtenteils auf die Bestäubung durch Insekten angewiesen sind. In einer immer insektenärmeren Welt werden die Ernteeinträge massiv zusammenbrechen. Auch die moderne Technik kann hier nicht weiterhelfen, da das Obst aus der künstlichen Bestäubung oft weniger haltbar ist und zusätzlich oft gar nicht schmeckt. Die mögliche Folge der Mangelernährung wird auch prognostiziert, weil Insekten in großen Teilen der Welt als Protein und Nährstoffquelle dienen. Die Liste der Folgen des Insektensterbens ist erschreckend lang, da sie eine so zentrale Rolle in unseren Ökosystemen einnehmen. Sicher ist jedoch, dass die Auswirkungen sichtbar und spürbar für uns alle sein werden.

Quelle: LBV

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Die Luft vibriert in der Nähe der Bienenschwärme.

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Eine Biene versucht an den Nektar einer Obstblüte zu kommen.
Foto von Dejan Zakic

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Fehlende Lebensräume und Pflanzenschutzmittel sorgen für das Insektensterben.

Wie kommt es eigentlich
zum Insektensterben?

Die Gründe für das Verschwinden der kleinen Helfer sind im Einfluss des Menschen auf die Landschaft zu finden. Durch die Besiedlung von Gebieten fallen die natürlichen Lebensräume der dort lebenden Tiere weg oder werden fragmentiert. Zur Vereinheitlichung der Flora kommt es durch intensivierte landwirtschaftliche Nutzung. Besonders die beim konventionellen Anbau angewandten Methoden sind für die Insektenwelt von großem Nachteil. Die Anzahl der Pflanzenarten geht zurück, da in einem Areal nur wenige unterschiedliche Kulturpflanzen gezüchtet werden und es zu sogenannten „Monokulturen“ kommt. Diese sind besonders anfällig für Schädlinge und deshalb werden Insektizide über den Feldern verbreitet, um die Ernte zu sichern.

Zusätzlich werden weitere Pflanzenschutzmittel eingesetzt, welche die unerwünschten Pflanzen abtöten, die ebenfalls auf den Feldern wachsen. So wird das Nahrungsangebot für Insekten in Agrarlandschaften geringer. Als Folge werden die Insektenbestände kleiner und gleichzeitig nimmt meist auch die Artenvielfalt in diesen sehr homogenen Gebieten ab. Diverse Arten haben auch unterschiedliche Bedürfnisse: oft ist beispielsweise eine Käferart auf den Verzehr einer bestimmten Pflanze spezialisiert. Sobald die Pflanzenart also aus dem Lebensraum verschwindet, ist auch der Käfer dort nicht mehr zu finden.


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Monokulturen in der konventionellen Landwirtschaft
Foto von Marcin Jozwiak

Deshalb wählen wir „Bio“!

Die ökologische Landwirtschaft basiert auf dem Konzept des umweltschonenden Anbaus von Kulturpflanzen. Der Schutz und die Förderung der Biodiversität ist dabei ein grundlegendes Ziel. Auf den Einsatz von synthetischen Pflanzenschutzmitteln wird deshalb verzichtet und statt in Monokulturen, in vielfältigen Fruchtfolgen angebaut. Für die natürliche Flora und Fauna des bewirtschafteten Gebiets ist diese Kultivierung sehr viel verträglicher als die konventionelle Landwirtschaft.

Jeden Tag treffen wir kleine und große Entscheidungen, wie wir die Welt gestalten wollen. Die Wahl, ein möglichst umweltschonendes Leben zu führen, treffen wir meist beim Konsum. Welchen Hersteller unterstütze ich? Wie wurden meine Nahrungsmittel produziert und woher kommen sie? Diese Fragen sind wichtig und zeigen uns, dass ein ökologischer Anbau wegweisend ist, um besonders nachhaltig zu leben. Ganz klar ist für uns von NOVUM: Deshalb Bio!


Hungriger Käfer in Blume

Die Wahl treffen wir beim Konsum. Weil Artenvielfalt nicht nur wichtig, sondern auch unersättlich schön ist.
Foto von Anastasiya Romanova

Wie können Sie helfen?

Neben der besonders schonenden landwirtschaftlichen Nutzung ist es unerlässlich neue Areale zu schaffen, auf denen unsere Insekten Nahrung finden und leben können.

Wenn ein Teil des Ackerlands für eine Zeit nicht für den Anbau genutzt wird, sondern einen Lebensraum für Insekten und andere Tiere bietet, entsteht eine sogenannte Blühfläche. Ein Projekt, das sich für die Einrichtung von Blühflächen einsetzt, heißt Bienen helfen. Jede*r kann so ganz einfach zur Insektenschützer*in werden – und das auch direkt im NOVUM-Shop für unsere regionalen Erzeuger!

Mit der einmaligen Zahlung von 19,75 € können Sie eine Blühfläche von 25 m2 entstehen lassen. Ganz einfach und mit großer Wirkung: Innerhalb von wenigen Sekunden ein Jahr Pat*in für Bienen, Hummeln und Co werden!

Text: Vivian Wagner