Wie ernähre ich mich „richtig“? – Ernährungsformen im Überblick

„Essen und Trinken hält Leib und Seele zusammen“. Dieser Satz Sokrates‘ zeigt, wie wichtig die Ernährung für uns Menschen ist. Sie ist etwas ganz Grundlegendes, Existenzielles, das den Alltag eines jeden Menschen gliedert und bestimmt. Sie ist wichtig, um den Körper mit Energie und lebensnotwendigen Nährstoffen zu versorgen. Eine gesunde, ausgewogene Ernährung kann dafür sorgen, dass man leistungsfähiger ist, seltener krank wird und ein zufriedeneres Leben führt. Sie ist aber auch wichtig für das Wohlbefinden, denn Essen ist Genuss. Viel wird über Ernährungsformen und -trends geschrieben, debattiert und auch gestritten.

Alle Ernährungsformen vorzustellen ist aufgrund ihrer Vielzahl kaum möglich. Wir haben einige ausgewählt und erklären Ihnen Vorteile und auch Hürden. Lassen Sie sich inspirieren!

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Omnivore Ernährung

Der weltweit gängigste Ernährungstyp unter Menschen ist der so genannten Allesesser bzw. die Allesesserin. Allesesser:innen verzichten bei ihrer Ernährung auf nichts, ihre Kost schließt von Fleisch über Fisch und Meeresfrüchten bis hin zu Obst, Getreide und Gemüse alles ein. Insekten, Amphibien oder Reptilien stehen theoretisch auch auf ihrem Speiseplan.

Vegetarische Ernährung

Menschen, die bei ihrer Nahrungsaufnahme auf tierisches Fleisch verzichten, werden zusammenfassend als Vegetarier:innen bezeichnet. Von ihnen gibt es laut Statista (2021) über 7,5 Millionen in Deutschland – Tendenz steigend. Das entspricht knapp zehn Prozent der Gesamtbevölkerung.

Vorweg, vegetarisch zu essen ist kein neuer Trend. Schon der griechische Philosoph Pythagoras plädierte in der Antike für die vegetarische Ernährungsweise. Das Wort Vegetarismus stammt vom Lateinischen „vegetare“ und bedeutet so viel wie wachsen und beleben. Doch Vegetarismus ist mehr als die rein pflanzliche Ernährung. Er ist auch ein Lebensstil. Das zeigen die Beweggründe, die ethischer, sozialer, gesundheitlicher und auch ökologischer Art sein können.

Vegetarier lassen sich weiter untergliedern. Es gibt die Pescetarier, die Fisch und Meerestiere essen, die Flexitarier, auch „Teilzeit-Vegetarier“ genannt oder auch die Pudding-Vegetarier, die viele industriell gefertigte Lebensmittel verzehren (nicht zu empfehlen!). Für alle vegetarischen Ernährungsformen gilt: Die Basis bilden pflanzliche Produkte. Die Zeiten, in denen man vegetarische Ernährung mit Mangelernährung gleichsetzte, sind vorbei. Heute weiß man, dass eine ausgewogene vegetarische Ernährung den Menschen mit allen wichtigen Nährstoffen versorgt.

Lebensmittel, die in der vegetarischen Ernährung besonders wichtig sind: Vollkornprodukte, Gemüse und Obst, Hülsenfrüchte, Nüsse, Ölsaaten sowie kalt gepresste pflanzliche Öle. Gerne ergänzt wird der Speiseplan mit Sojaprodukten wie Tofu oder Sojaschnetzel oder auch Seitan (auch: „Weizenfleisch“).

Vegane Ernährung

Die vegane Ernährung ist die wohl konsequenteste Form des Vegetarismus. Sie entstand 1944 in England. Veganer:innen meiden alle tierischen Produkte. Das heißt, neben dem Verzicht auf Fleisch und Fisch sind auch Milch, Käse, Eier oder auch Honig tabu. Laut Statista gab es 2021 1,4 Million Veganer:innen. Damit waren es 280.000 mehr als im vorherigen Jahr. Das entspricht in etwa der Einwohnerzahl Wiesbadens.

Auch die vegane Lebensweise beschränkt sich nicht allein auf die Lebensmittelwahl, sondern lehnt auch Gebrauchsgüter ab, die z. B. Leder, Wolle oder andere Produkte tierischen Ursprungs enthalten. Zahlreiche Siegel helfen mittlerweile bei der Auswahl geeigneter Produkte, wie z. B. bei Haut- und Haarpflegeprodukten oder dekorativer Kosmetik (Stichwort: tierversuchsfrei!). Ausschlag für diese Ernährungsweise geben meist ethische Überzeugungen.

Die vegane Ernährung ist zunächst eine größere Umstellung; viele gehen den Weg schrittweise über den Vegetarismus. Es bedarf einer intensiveren Beschäftigung mit Lebensmitteln, Zusatzstoffen, Inhaltsstoffen und Rezepten, um den Körper mit elementaren Vitaminen, Mineralstoffen und Fettsäuren zu versorgen. Veganer:innen ernähren sich überwiegend von Gemüse, Obst, Hülsenfrüchten, Getreide, Ölen, Nüssen und Samen. Außerdem können sie auf ein immer größeres Angebot von Milch- und Fleischersatzprodukten zurückgreifen. Haben Sie Lust bekommen, die vegane Ernährungsweise auszuprobieren? Schauen Sie gerne in unserem Shop vorbei, hier gibt es eine große Auswahl veganer Produkte.

Vollwerternährung

Die Vollwerternährung geht bereits auf die Antike zurück. Der Grundgedanke der Vollwerternährung lautet: Je weniger verarbeitet, desto hochwertiger ist ein Lebensmittel.

Vollwerternährung ist eine überwiegend pflanzliche Ernährungsweise, bei der gering verarbeitete Lebensmittel bevorzugt werden. Überwiegend gesundheitlich wertvolle und frische Lebensmittel werden zu bekömmlichen Speisen zubereitet. Die hauptsächlich zubereiteten Lebensmittel sind Gemüse und Obst, Vollkornprodukte, Kartoffeln, Hülsenfrüchte sowie Milch und Milchprodukte. Daneben können aber auch geringe Mengen an Fleisch, Fisch und Eiern enthalten sein!

Zusätzlich zur Gesundheitsverträglichkeit der Ernährung werden im Sinne der Nachhaltigkeit auch die Umwelt-, Wirtschafts- und Sozialverträglichkeit berücksichtigt. Lebensmittel stammen aus ökologischer und regionaler Landwirtschaft und sind möglichst jahreszeitengerecht angebaut und geerntet. (Hier finden Sie die regionalen Bio-Erzeuger von NOVUM und unsere Bio-FrischeKiste „Regional" mit regionalen und saisonalen Produkten). 

Slow Food

Daran anknüpfen lässt sich die Slow-Food-Ernährungsweise. „Slow Food“ ist zugleich eine internationale Non-Profit-Organisation als auch eine Essensphilosophie. „Mit Genuss und Verantwortung die Zukunft unserer Ernährung sichern: Slow Food ist eine weltweite Bewegung, die sich für ein sozial und ökologisch verantwortungsvolles Lebensmittelsystem einsetzt, welches die biokulturelle Vielfalt und das Tierwohl schützt“ (Slow Food 2022). International ist der Verein in 160 Ländern mit diversen Projekten, Kampagnen und Veranstaltungen aktiv. Nach Ansicht des Publizisten Matthias Horx ist Slow Food ein maßgeblicher Ernährungstrend, der die Ernährung der nächsten Jahrzehnte prägen wird. Slow Food steht in diesem Zusammenhang für Produkte mit authentischem Charakter (regional, saisonal), die auf traditionelle oder ursprüngliche Weise hergestellt und genossen werden. Lebensmittel, die nach Slow-Food-Kriterien angebaut, produziert, verkauft oder verzehrt werden, sollen regionale Wirtschaftskreisläufe stärken und somit den Menschen wieder mit Augen, Ohren, Mund und Händen an seine Region binden. Diese Ernährungsweise zielt somit nicht unbedingt auf Gesundheits-, sondern vor allem auf Nachhaltigkeitsaspekte ab: Genießen mit Verantwortung!

Kohlenhydratarme Ernährung (Low Carb)

Der Grundgedanke ist folgender: Lebensmittel mit einem hohem Kohlenhydratanteil, beispielsweise Kartoffeln oder Nudeln, aber auch Süßigkeiten, erhöhen den Blutzuckerspiegel. Daher sind sie einerseits eine gute Energiequelle. Andererseits aber kann – vor allem bei Menschen mit geringer körperlicher Betätigung – ein Energieüberschuss entstehen. Dieser wird im Körper zu Fett umgewandelt, ein nicht immer erwünschter Effekt. Bei der kohlenhydratarmen Ernährung bestehen die täglichen Mahlzeiten hauptsächlich aus Gemüse, Milchprodukten, Fisch und Fleisch, wobei Fette und Proteine die wegfallenden Kohlenhydrate ersetzen. Die empfohlene Energiezufuhr durch Kohlenhydrate schwankt gegenüber einer typisch westlichen Ernährung mit ca. 50 Prozent Anteil, je nach Low-Carb-Variante stark: von der ketogenen Diät, bei der der Anteil theoretisch auf null reduziert sein kann, bis zu Formen, welche nur geringe Reduktionen empfehlen. Wissenschaftliche Studien zeigen keinen besonderen Nutzen von Low-Carb-Diäten zur Gewichtsreduktion. Darüber hinaus ist diese Ernährungsform, langfristig angewendet, auch gesundheitlich nicht ganz unproblematisch.

Rohkost-Ernährung (Raw Food)

Hitze zerstört viele Nährstoffe. Das Prinzip der Rohköstler:innen besteht deshalb darin, ausschließlich ungekochte Lebensmittel zu essen. Rohkost ist somit Nahrung, die vor dem Verzehr nicht erhitzt wird – also weder gebacken, gebraten, gekocht noch pasteurisiert. Nach Meinung vieler Rohköstler:innen entsprechen durch Erhitzen zubereitete Speisen nicht der natürlichen Ernährungsweise des Menschen. In roher Form genossen bleiben die meisten Vitamine, Enzyme und Mineralstoffe in der Nahrung vollständig erhalten.

Rohköstler:innen nehmen daher überwiegend frische Zutaten wie Salat, Obst und ungekochtes Gemüse zu sich. (Passend zur Rohkost-Ernährung, gibt es bei NOVUM die Bio-FrischeKiste „Rohkost" – schon probiert?) Auch Produkte wie Nüsse, Trockenfrüchte, Honig und native Öle findet man auf dem Speiseplan. Rohes Fleisch oder roher Fisch sind nicht ausgeschlossen, aber eher die Ausnahme – die meisten Rohköstler:innen ernähren sich vegetarisch. 

Paleo

Paleo leitet sich von „Paläolithikum“ ab, dem Fachbegriff für die Altsteinzeit. So beschreibt Paleo eine Ernährungsform, die sich streng an den Essgewohnheiten der Jäger:innen und Sammler:innen orientiert. Nur das, was für die Menschen vor 2,5 Millionen Jahren verfügbar war, darf bei der Paleo-Diät auf den Tisch kommen: Fleisch, Fisch, Gemüse, Obst und Nüsse. Aus Sicht der Paleo-Anhänger:innen hat diese Ernährungsweise einen wichtigen Grund: Der menschliche Organismus sei noch immer auf die Steinzeiternährung eingestellt. Natürliche, ursprüngliche Lebensmittel gelten daher als besonders gesund und bekömmlich.

Alles was Menschen in der Steinzeit jagen, fischen, sammeln und pflücken konnten, ist bei einer Paleo-Ernährung erlaubt. Da die Menschen jener Zeit weder Ackerbau noch Viehzucht betrieben, sind neben industriell hergestellten Lebensmitteln aller Art auch Milch- und Getreideprodukte ausgeschlossen.

Trennkost

Bei der Trennkost handelt es sich nicht um eine klassische Diät. Es werden keine Kalorien gezählt und es kommt alles auf den Teller, denn prinzipiell sind alle Lebensmittel erlaubt – allerdings nicht zusammen. Kohlenhydrate und Eiweiß dürfen nicht gemeinsam gegessen werden. Käsebrot? Nein danke, denn ein Brot (Kohlenhydrate) mit Käse (Eiweiß) kommt hier nicht auf den Teller. Warum das so ist? Nach der Theorie der Trennkost führt die gleichzeitige Aufnahme von Kohlenhydraten und Eiweißen zu einer Störung des Säure-Basen-Haushalts und einer Übersäuerung des Körpers. Dieser sei nicht in der Lage, beide Nährstoffgruppen gleichzeitig zu verdauen. Dr. Hay, der Erfinder der klassischen Trennkost, entwickelte diese Ernährungsform als dauerhafte Ernährungsumstellung mit dem Ziel, gesünder zu leben. Durch das Vermeiden von überschüssigen Säuren soll das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Bluthochdruck gesenkt werden. Ihr Nutzen ist unter Wissenschaftler:innen jedoch umstritten.

Ernährung ist und bleibt individuell

Elementarer Antrieb aller Ernährungsweisen ist es, unseren Hunger zu stillen. Aber Sie sehen, Ernährungsweisen gibt es viele, doch so abwechslungsreich wie heute war unser Teller noch nie gefüllt. Was auf den Tisch kommt ist und bleibt bei allen Grundsätzen – von persönlichen Geschmacksvorlieben über Unverträglichkeiten und Allergien bis hin zu ethisch-moralischen Überzeugungen – eine individuelle Entscheidung. Und somit gibt es nicht die EINE, „richtige“ Ernährungsform.


Vielleicht wurden Sie inspiriert? Schauen Sie gerne in unserem Shop vorbei, hier haben wir für alle Ernährungsformen und -vorlieben etwas im Angebot. Oder probieren Sie doch gerne auch einmal etwas Neues aus. Eine Bereicherung Ihres Speiseplans wird es allemal!

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Lagerung und Haltbarkeit von Nüssen

Foto von fauxels

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