Update: Wie sieht es auf Ihren Blühflächen aus?

Fliegende Hummeln auf Wildblumenwiese

Wahre Prachtwiesen für die Insektenwelt!

Unsere Blühflächen sind nicht Typ „Blumenladen"

Viele unserer Kund:innen haben sich auf dem Obsthof Speth in Wackernheim schon ihren kleinen Traum von der eigenen Blühfläche erfüllt. Beim Ortstermin schwärmen die jungen Bio-Landwirte Fritz und Paul Speth von nützlichen Schädlingen und unscheinbarer Schönheit.


Wer Insekten ihre Lebensgrundlage entzieht, kann Obst und Gemüse von der Speisekarte streichen. Oder man muss selber „mendeln“: Im KinofilmMore than Honey sah man 2012, wie chinesische Wanderarbeiter von Hand Apfelblüte um Apfelblüte mit Pollen betupften. Der Einsatz von Pestiziden hatte das Schreckensszenario eingeleitet.

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Mit „Pollenhöschen“ im Einsatz

Wildbienen, Wespen, Hummeln, Schmetterlinge und viele Käfer flirren und flitzen in der Mittagssonne durch die Blütenstände. Um die beiden jungen Landwirte herrscht summende Betriebsamkeit. Vor allem die Bienen sind es, die hier mit ihren sogenannten „Pollenhöschen“ am Hinterleib „per Luftpost“ die Bestäubung übernehmen. Ohne sie könnte ein Obsthof schlichtweg nicht fortbestehen. Doch auch andere Insekten und Tiere sind den Speths willkommen. „Nützlinge sind wichtig und ernähren sich von Schädlingen, kommen also nur zusammen vor. Durch unsere Blühflächen werden diese Kreisläufe gefördert“, so Fritz Speth.

Auf dem Bioland-Betrieb schmiegen sich die Blühflächen an Erdbeer- und Spargelfelder, verbinden sie Apfelbaumalleen mit Himbeerhecken – und mit jedem Kauf eines Flächenabschnitts durch unsere Kund:innen erblühen neue.


Was enthält der ausgesäte Samenmix?

Auf einer Blühfläche gedeihen beispielsweise folgende Blumen: Phacelia, Buchweizen, Gelbsenf, Koriander, Sparringer Klee, Inkarnatklee, Ringelblume, Kümmel, Ölrettich, Sonnenblume, Fenchel, Bockshornklee, Dill, Borretsch und Kulturmalve.


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Die insektenfreundliche Samenmischung wird von Mitte Mai bis Mitte Juni ausgesät

Helfen Sie mit!

Neben der besonders schonenden landwirtschaftlichen Nutzung ist es unerlässlich, neue Areale zu schaffen, auf denen unsere Insekten Nahrung finden und leben können.

Wenn ein Teil des Ackerlands für eine Zeit nicht für den Anbau genutzt wird, sondern einen Lebensraum für Insekten und andere Tiere bietet, entsteht eine sogenannte Blühfläche. Jede:r kann so ganz einfach zur/zum Insektenschützer:in werden – und das auch direkt im NOVUM-Shop für unsere regionalen Erzeuger!

Mit der einmaligen Zahlung von 19,75 € können Sie eine Blühfläche von 25 m2 entstehen lassen. Ganz einfach und mit großer Wirkung: Innerhalb von wenigen Sekunden ein Jahr Pat:in für fleißige Insekten werden!

Das Konzept der Insektenfreunde ist durchdacht:

  1. „Unsere Blühflächen bestehen aus Pflanzen, die meist ganzjährig, aber zu verschiedenen Zeiten erblühen – für ein Nahrungsangebot rund ums Jahr.“
  2. „Die Blumen stammen ausschließlich aus der Region. Schließlich müssen die Insekten sie kennen“.
  3. „Eine Fläche mit Bodenverbesserern bildet einen guten Humus für Obstbäume, die wiederum einen Lebensraum für Tiere darstellen. Das Jetzige ist Grundlage für das Kommende.“
  4. „Die Blühflächen müssen zur Nachbarpflanze passen. Sträucher beispielsweise ziehen Pilzkrankheiten und Feuerbrand an. Sie hier anzupflanzen könnte verheerend sein für die ganze Region.“

Tulpenmeere und Blumenbeete sucht das menschliche Auge hier vergebens. Stattdessen: Unscheinbare Blühflächen mit kleinen Blütenkörpern – „für unsere Bienen eine Pracht“, so Paul Speth. Und auch andere Tiere schauen hier gerne vorbei, Nahrung, Nistgelegenheiten und Rückzugsorte inklusive. Freie Flächen dienen Vögeln als Landeplatz. Das Mäusewiesel bezieht unter Steinhaufen Quartier.


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Mit ihren Blühflächen machen Paul und Fritz Speth Boden gut



„Wir haben noch viel vor.
Hand in Hand mit unseren regionalen Erzeugern möchten wir weitere ökologische und soziale Projekte umsetzen.“


Mohamed El Ouariachi, NOVUM-Geschäftsführung

Blühflächen gegen den Klimawandel

„Natürlich müssen wir als Lebensmittelproduzenten auch von etwas leben und können nicht nur ‚Bienenland anpflanzen‘“, so Fritz Speth. Tatsächlich haben die beiden bisher immer viel mehr Flächen ausgesät, als sie verkauft haben. „Einfach, weil uns das Thema am Herzen liegt“.

Doch der Mehrwert liegt für sie woanders, etwa im Klimaschutz. „Die klimatischen Bedingungen werden durch unsere Blühflächen verbessert“, freuen sie sich. „Im Sommer speichern sie viel Feuchtigkeit, spenden Schatten und wirken Erosion entgegen“.

So bald wollen Paul und Fritz Speth nicht aufhören, ihr „Bienenland“ zu vergrößern. „Wir haben auf unseren 60 Hektar Land noch ein großes Areal, das wir den Bienen zur Verfügung stellen möchten. Jetzt müssen die NOVUM-Kund:innen nur mitziehen.“



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Bestäuben, Nektar sammeln, weiterschwirren – eine von Tausenden Mitarbeiterinnen auf dem Obsthof

Im Rhythmus der Natur

Sommer. Die Getreideähren sind „abrasiert“, den Insekten fehlen Rückzugsmöglichkeiten. Doch die Blühflächen stehen in voller Blüte und schenken den Insekten Nahrung, Schatten, Nistgelegenheiten und Schutz vor Wind.

Frühjahr. Mitte Mai bis Mitte Juni: Gestaffelte Aussaat der hauptsächlich ganzjährig blühenden Pflanzen auf den Blühflächen. Dank unterschiedlicher Blütezeiten können die Insekten sie je nach Entwicklungsstand optimal nutzen.

 


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Herbst. Wildbienen, aber auch Hummeln, Wespen und Schmetterlinge finden jetzt vielfältige Lebensräume. Für jede Fläche wird im Herbst festgelegt, ob sie für ein weiteres Jahr erblühen soll.

Winter. Ausgetrocknete Halme helfen Insekten, Kleinvögeln, Feldhasen und Rebhühnern beim Überwintern. Auf dem stickstoffreichen Humus, den die Blühfläche erzeugt, entstehen Flächen für Baum- oder Beerenobst, Spargel- oder Ackerbau. Gut etablierte Blühflächen dürfen jedoch ein weiteres Jahr lang erblühen. Der Kreislauf beginnt von Neuem, im Rhythmus der Natur.

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